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Ausstellungen: Byfanger Straße

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Im Herbst 2004 bezogen wir ein neues Haus.

Wohnung und Atelier sind jetzt unter einem Dach.

Als beim Umzug Kisten, Kästen, Schubladen gesichtet wurden, fügten deren Inhalte sich scheinbar zwangsläufig zu Themen nicht nur einer Ausstellung, viele Sammlungen wollten gezeigt werden: Tod, Sprache, Tiere, Asiatica, Blumenkinder, ... . Es entstand die Idee, auch hier wieder Ausstellungen zu organisieren - wie schon im alten Atelier. 

 

2005

Tiere - eine Ausstellung in einer ehemaligen Metzgerei*

*aber das merkt man nicht

2006

 Tod - eine Ausstellung in einem ehemaligen Bestattungsunternehmen*

*aber das merkt man nicht

 

 

2007

Lebensmittel Kunst

2008

Blumenkinder

2009

Wir werden es schon getan haben

 

Mit diesen Präsentationen führten wir die Arbeit weiter der mittlerweile schon legendären

Ausstellungen im Hof einer ehemaligen Metzgerei (1996 - 2000),

über die Gerhard Finckh, damaliger Ausstellungsleiter des Museum Folkwang schrieb: "Karl-Heinz Mauermann ... veranstaltet in einer ehemaligen Schlachterei Ausstellungen, in welchen mit Ironie und Sarkasmusder Spagat zwischen der hehren Kunst und Wurstküche, Räucherkammer und Zerwirkgewölbe geprobt wird." In diesen Ausstellungen wurden Künstler eingeladen, den Geist eines ungewöhnlichen Ortes auf sich wirken zu lassen und Arbeiten für diesen zu erstellen.

 

Ein neues Konzept

Die Projekte im neuen Haus haben allerdings eine ganz andere Konzeption. In ihnen werden in einem normalen Wohnumfeld Zusammenstellungen von Kunst und alltagskulturellen Gegenständen gezeigt. Die Spannung entsteht in dem Feld zwischen Kunst und Banalität, zwischen Qualität und Groteskem.

Wem das nichts sagt, dem sei ein wunderbares Buch empfohlen "Mr Wilsons Wunderkammer", in dem es heißt:

»Hier, das hilft Ihnen vielleicht weiter.«

In der ursprünglichen Bedeutung wurde mit dem Begriff »Museum« ein Ort bezeichnet, der den Musen geweiht war - »ein Platz, an dem sich der Geist des Menschen in einen Zustand versetzen konnte, der ihn den Alltagsgeschäften entzog«. Das mit Abstand wichtigste Museum der Antike war die große Einrichtung in Alexandrien, die Ptolemaios Philadelphos im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet hatte (unterstützt durch eine Zuwendung aus dem Staatsschatz). Und in keiner Abhandlung über das Museum darf die Erwähnung der Arche Noah fehlen, in der uns das vollständigste naturgeschichtliche Museum begegnet, das die Welt je gesehen hat.

Und so weiter. Bald sinnverwirrend detailliert, bald nervzermürbend vage, fuhr der Text fort, den Ausstellungstrieb durch die finsteren Zeiten der Vergessenheit im Mittelalter bis zur Neubelebung im 16. und 17. Jahrhundert zu verfolgen, wo Sammlungen von Naturobjekten ebenso gang und gäbe waren wie Sammlungen von Kunstwerken und wo oft beide Sammlungen im gleichen Magazin aufbewahrt wurden.

Lawrence Welscher, Mr. Wilsons Wunderkammer, München/Wien 1998