Es sind die Räume einer ehemaligen Metzgerei. In der Gareisstraße im Essener Norden, unmittelbar in Nähe der Zeche Zollverein XII hat Karl-Heinz Mauermann über viele Jahre sein Atelier. Von dem ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts bis Mitte der achtziger Jahre befand sich hier ein Handwerksbetrieb. Bis in die dreißiger Jahre wurde noch in der Wurstküche direkt geschlachtet, die toten Tiere dann dort verarbeitet. Später fand der Schlachtvorgang auf dem städtischen Schlachthof am Rand der Innenstadt statt. Künstler sahen die Räume 1995. Wurstküche, Kühlhaus, Räucherkammer, Keller, Hof, Garten. Der Putz blätterte von den Wänden. Zwischenzeitlich war der Ort von anderen genutzt worden. Schornsteinfeger hatten hier ihre Sozial- und Hygieneräume. Kachelschichten waren übereinandergeklebt. Der Ort unterliegt einem langsamen Verfall, der dem Ganzen eine Art bizarren Charme verleiht. Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht nur auf dem Gelände der Zechen, Kokereien und Fabriken. "Hier muß man eine Ausstellung zeigen."
Es wurden gezeigt: schlachten zerlegen verwerten, 1996. Fleisch: Zerlegung in Einzelbilder, 1997. Wie sieht unsere Wurstküche aus?, 1998. noch schlächter, 1999. Die Ausstellungsserie, die nie als Serie geplant war, fand viele Besucher. Jedes Jahr wurden es mehr. Die Szene-Magazine des Ruhrgebiets sprachen von einem Kult-Treff. Das Kunstforum international stellte die Ausstellungen vor. Ein Besucher war auch der damalige Ausstellungsleiter des Museum Folkwang, Gerhard Finckh. Er fand die Ausstellungen überzeugend. So fand die letzte, Hoch lebe das edle Handwerk der Schlächter!, als "Ausstellung der Städtischen Galerie, Museum Folkwang, zu Gast im Hof einer ehemaligen Metzgerei" statt.
Zur Zeit wird diese Homepage umstrukturiert. In nächster Zukunft werden zu den einzelnen Ausstellungen der Serie detailierte Informationen hier zu finden sein.
Nach dem Umzug des Ateliers nach Essen-Kupferdreh finden wieder Ausstellungen statt. Diese haben jedoch ein ganz anderes Konzept. Infos zu diesen Ausstellungen findet man hier.




