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unterer Flur 2007

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Die gewollte Irritation im Eingang: 
Der Kaffeewagen von Bertine Bosch. Bei der Vernissage griff mancher Ausstellungsbesucher erfreut zu - 'Ah, ein Begrüßungskaffee ...' -, um schnell festzustellen: Lebensmittelkunst!
 
 
Die Ausstellung zeigte Kunst aus Lebensmitteln,
aber auch Kunst als Lebensmittel.
 
Für die zweite Position standen die Originalplakate der Ruhrfestspiele 1947 und 1949, die das Stadtarchiv Recklinghausen zur Verfügung gestellt hatte. Sie verwiesen auf die Geschichte der Ruhrfestspiele und auf die Tatsache, daß in einem zerstörten Land Kunst und Kultur ebenso wichtiger Bestandteil des Wiederaufbaus ist, wie die Versorgung mit Nahrung und Heizmaterial.
 
 

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Ein Blick zurück auf die Anfänge: "Kohle für Kunst - Kunst für Kohle"

Im harten Nachkriegswinter 1946/47 fuhren Hamburger Theaterleute ins Ruhrgebiet, um Kohlen für die Aufrechterhaltung ihrer Spielbetriebe zu erbitten. Bergleute der Schachtanlage König-Ludwig 4/5 in Recklinghausen-Suderwich verhalfen den Künstlern unter persönlichem Risiko an der englischen Besatzungsmacht vorbei zur Kohle.
Beeindruckt von dieser spontanen Hilfsbereitschaft der Bergleute bedankten sich die Hamburger Theatermacher im folgenden Sommer mit einem Gastspiel.
Aus diesem solidarischen Tausch entstanden in Recklinghausen unter den extremen Bedingungen der Nachkriegszeit die Ruhrfestspiele, deren erster Leiter Otto Burrmeister wurde. "Ihr für uns und wir für Euch" - das war der Ausdruck partnerschaftlichen Zusammenwirkens zwischen Bergleuten und Künstlern.