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Lebensmittel Kunst

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Seit dem Sommer 2005 zeigen wir einmal im Jahr in unserem Haus Ausstellungen.

'Lebensmittel Kunst' ist der Titel der Ausstellung 2008. Es geht um Kunst aus Lebensmitteln, aber auch um Kunst als Lebensmittel.

 

Kunst aus Lebensmitteln und Kunst als Lebensmittel. Als Klassiker des Genres EatArt sind Arbeiten von Joseph Beuys und Daniel Spoerri, der in den 70er Jahren ein Lokal in Düsseldorf als EatArt-Galerie führte, zu sehen. Diese stehen neben den filigranen Produkten der hohen Zuckerbäckerkunst und Plakaten der Ruhrfestspiele, in denen einst ›Kunst gegen Kohle‹ getauscht wurde. 

Kleine Rauminstallationen der niederländischen Künstler Bertine Bosch und Bert Meinen stehen im Wohnzimmer und Wandarbeiten von Ingrid Schmechel, Christel Koerdt und Wilhelm Kreymeier hängen im Treppenaufgang, Fotos von Silja Hillmann im Eßzimmer. Diana Dodson aus der Schweiz lehrt Speisen das Fliegen in ihrem Video ›Spill‹ und Frank Niehusmann verfolgt mit Karl-Heinz Mauermann den Weg des Essens durch den Verdauungstrakt. Ein früher Film von Werner Biedermann zeigt drastisch mögliche Verwendungen von Überhang-Eiern. Filmisch werden ebenfalls die legendären Feste des gerade 85 Jahre alt gewordenen Essener Architekten Werner Ruhnau dokumentiert, auf denen Essen, Leben, Tod und Spiel in Szene gesetzt wurden. 

Zur Eröffnung wird deutlich, daß eine Lebensmittel-Kunst-Ausstellung nur lebendig präsentiert werden kann. Die international bekannte EatArt-Expertin Ute Ritschel wird in einer Aktion über ihr Zusammentreffen mit dem Zimtatom, das am 23.1.2004 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt stattfand, berichten und dazu Toast bereiten. In der Küche wird der Essener Schauspieler Andreas Kunze Kartoffeln schälen. Auf dem Hof baut Matthias Schamp eine temporäre Filiale seines Mythos-Grill auf und wird Pommes fritieren. Die Kölnerin Katja Struif inszeniert ein ›Wasserspiel‹; die Besucher schießen mit Wasserpistolen auf eine Zielscheibe, auf der die Unternehmensphilosophie der Firma SUEZ, des größten Wasserkonzerns der Welt, fixiert ist. ›bicinium generalis‹ nennt sich das Duo aus Christoph Kammer und Markus Emanuel Zaja, das nicht nur durch das Verströmen von Klängen die Sinne der Besucher reizen wird.

Somit steht ›Lebensmittel Kunst‹ in einer Serie von Ausstellungen, die den sehr persönlichen Zugang zu einem Thema verdeutlichen, die nicht den Anspruch auf wissenschaftlich erschöpfende Darstellung erheben, die aber das Versprechen halten, Neugierde zu wecken und zu Entdeckungsreisen einzuladen. Gezeigt werden Bilder und Gegenstände, die eindeutig dem Kunstkontext zuzurechnen sind, neben solchen, die eher den Grenzbereichen der Bildenden Kunst zuzuordnen sind, und solchen, die der Alltagskultur entstammen. Für den Besucher ist die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst, zwischen künstlerischer Arbeit und Wohnungseinrichtung nicht eindeutig bestimmbar. 

 

 

Die Eröffnung fand am Samstag, den 8. September 2007, statt.

Sie war bis zum Sonntag, den 21. September geöffnet und konnte nach Absprache besucht werden. Die Finissage fand am 22./23. September im Rahmen von 'Kunstspur', dem Tag der offenen Ateliers in Essen, statt.

 

 

 Joseph Beuys Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot Objektkasten The William
 Werner Biedermann eggtime Film The Edward
 Bertine Bosch Kaffeewagen Objekt unterer Flur
 Diana Dodson spill Video The Edward
 Silja Hillmann Ingwer Foto The George
 Christel Koerdt 'Du holde Kunst' Wandinstallation oberer Flur
 Wilhelm Kreimeyer Weltburger Collage Treppenhaus
 Karl-Heinz Mauermann sonic digestive (mit Frank Niehusmann) Video The Edward
 Bert Meinen Chewing Gum Rauminstallation The Edward
 Frank Niehusmann sonic digestive (mit Karl-Heinz Mauermann) Video The Edward
 Ute Ritschel Das Zimtatom Vortragsperformance The Peter
 Werner Ruhnau Dokumentation verschiedener Feste Video The Albert
 Matthias Schamp Der Mythos Grill Aktion Hof
 Matthias Schamp Pommesgabelbilder Wandarbeiten Treppenhaus
 Matthias Schamp Wirsingperformance Dokumentationsfotos Treppenhaus
 Matthias Schamp Blaulichtbestreichung Kartoffeln Dokumentationsfotos The George
 Ingrid Schmechel o.T. Wandarbeit oberer Flur
 Daniel Spoerri Frühstück Objektkasten The William
 Katja Struif Wasserspiel Aktion Hof
 Anne Walkenhorst Blitz in der Küche / Garküche Fotoarbeiten The Paul
    

Das Stadtarchiv Recklinghausen stellte Plakate zur Geschichte der Ruhrfestspiele zur Verfügung

und die Galeristin Ricarda Fox ein Multiple des Bananensprayers Thomas Baumgärtel.

Christoph Kammer und Markus Emanuel Zajareizten zur Eröffnung durch Klangverströmen die Sinne und orientierten sich dabei an der Thematik der Ausstellung.

Andreas Kunze arbeitete an diesem Tag in der Küche.

 
Die links verweisen nicht zu den einzelnen Werken, sondern zu den Räumen, in denen diese zu sehen waren. Damit soll das Prinzip des erstaunt entdeckenden Besuchens der Ausstellung auf die Netz-Präsentation ansatzweise übertragen werden, wenngleich die übergroße Vielfalt der alltagskulturellen Ausstellungsstücke hier nur im Auszug wiedergegeben werden kann.