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Blumenkinder

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Seit dem Sommer 2005 zeigen wir einmal im Jahr in unserem Haus Ausstellungen.

Blumenkinder ist der Titel einer Ausstellung 2008. Er spielt mit Erwartungen, bestätigt, unterläuft und konterkariert diese aber beständig.

 

Blumenkinder im vierzigjährigen Jubiläumsjahr der 68er, da erwartet man Woodstock-Reminiszenzen und Hippies. In der Ausstellung sind Fotos des Steinert-Schülers VA Wölfl zu sehen, der in den letzten Jahren mit seinen Avantgarde-Choreographien mit Neuer Tanz bekannt wurde. Wölfl war in Woodstock dabei und fotografierte. In der Ausstellung steht eine Modelleisenbahn-Faller-Adaption des Traums von freier Liebe: ein nur noch mit Sonnenblumen neckisch bekleidetes, ansonsten nacktes Mädchen vor einem FlowerPower-VW-Käfer.

Blumenkinder rufen die Elfenbilder der Cicely Mary Barker vor Augen, die diese nach Kindermodellen in selbst entworfenen Kleidchen zeichnete. Diese wiederum regten die exzentrische britische Modedesignerin Zandra Rhodes zu Kollektionen an. Kleine Figuren nach Barkers Aquarellen sind in der Ausstellung zu sehen neben den bizarr wirkenden Arbeiten der Kanadierin Mary Newcomb. Sie züchtet Paprika und Auberginen in Form kleiner Fetische oder Homunculi.

Die fragilen, mit gestrickten und gehäkelten Kleidern versehenen und in grotesken Szenerien arrangierten Insekten - Heuschrecken, Hummeln - der Claudia Breuer finden sich neben dem martialisch anmutenden, an studentenbewegte Vergangenheit erinnernden Pflasterstein von Wilhelm Kreimeyer. 

In dieser Bandbreite bewegen sich die Arbeiten der unten aufgeführten Künstler. Aber wie in den vergangenen Ausstellungen dieser Reihe durchdringen sich Kunst und Alltagskultur, werden längst vergangene Träume fürstlicher Wunderkammern und bürgerlicher vormusealer Sammlertätigkeit wiederbelebt. Es gab und gibt viel zu entdecken. 

 

Die Eröffnung fand am Samstag, den 6. September 2008, statt.

Sie war bis zum Sonntag, den 21. September geöffnet und konnte nach Absprache besucht werden. Die Finissage fand am 20./21. September im Rahmen von 'Kunstspur', dem Tag der offenen Ateliers in Essen statt.

 

Claudia Breuer

ohne Titel

drei Objektkästen mit Insekten

The William

Helmut Dick

Salatfeld so groß wie ein Hochhaus

Videodokumentation

The Albert

Anjali GoebelFrostkeimer IISamen von Gutem Heinrich, in Rillen auf gekreideter TafelThe Edward

Claudia Kappenberg

The Contribution of Leaf Matter to the Mass of the Universe

photographic collage

The William

Ruth Knecht

Stoffobjekte aus persönlichen Kleidungsstücken

Stoffobjekte und Familienfotos

oberer Flur

Ruppe Koselleck

Miss Liberty (als Gartenzwergsurrogat)

Fundplastik im Blumentopf

Garten

Ruppe Koselleck

cola kreuz mit blumen

Objekt

unterer Flur

Wilhelm Kreimeyer

1968

gravierter Pflasterstein

Treppenhaus

Jochen Leyendecker

Blatt

Keramik

Garten

Iwona Liegman

flower

Objekt in grüner Flasche

The William

Karl-Heinz Mauermann

first there is a mountain

Video / Zeichentrick

The Edward

Karl-Heinz Mauermann
songs for sunshine people BuchThe Edward

Mary Catherine Newcomb

products of Eden

Auberginen, Paprika, Einmachglas, Salzlösung

The Peter

Frank Niehusmann

fragrance

Klanginstallation

Garten

Christian Paulsen

a rose is not a rose

prints

oberer Flur

Bärbel Rothhaar

Vogelhäuschen aus der Installtion ›Mustersiedlung‹

Keramik

The Edward

Matthias Schamp

Schampman als burryman

Präsentation

Garten / Hof / Haus

Gerda Schlembach

Bouquins verts de Byfang

Installation mit Lesepulten und Büchern

Garten

Stef Stagel & Steffen Schlichter

Bestimmungshilfen für Albenflora

Teilpräsentation der Originalschilder und Dokumentation

unterer Flur

Katja Struif

Bouquet voll Aufmerksamkeit (aus: ›flora media‹)

Installation / Spielzeug-TV

The Edward

VA Wölfl

Woodstock

Fotoarbeiten

oberer Flur

    

Zur Eröffnung spielten Dirk Bergmann, Uli Butemann, Udo Körner, Tom Kupetz und Piet Schmieder

sowie wetbacks (Thomas Bingler, Benedikt Frantzen, Peter Klinginger und René Simon) Musik.

 
Die links verweisen nicht zu den einzelnen Werken, sondern zu den Räumen, in denen diese zu sehen waren. Damit soll das Prinzip des erstaunt entdeckenden Besuchens der Ausstellung auf die Netz-Präsentation ansatzweise übertragen werden, wenngleich die übergroße Vielfalt der alltagskulturellen Ausstellungsstücke hier nur im Auszug wiedergegeben werden kann.